Geschichte

Geschichte der Leobener Burschenschaft Germania

Der Ursprung der heutigen Halle-Leobener Burschenschaft Germania liegt in der Steiermark, in Leoben. Am 15. April 1882 wurde an der dortigen Montanuniversität die Bergakademische Burschenschaft Germania von den Studenten Irresberger, Zbitek und Horalek als völkische, konservative und freiheitliche studentische Korporation und als erste Burschenschaft in Leoben gegründet. Aufgrund einiger Querelen, verursacht durch die stark völkische Einstellung der Burschenschaft, wurde diese jedoch bereits 1883 wieder verboten, als „Leobener Burschenschaft“ allerdings rasch reaktiviert. Ihre Farben waren Schwarz-Rot-Gold auf weißer Perkussion und man trug die weiße, steife Mütze. Auch dieser Verbindung schlug ein rauer Wind entgegen, in Folge dessen sie 1886 erneut verboten wurde. Um weiteren Ärger zu vermeiden und unter Berücksichtigung der schwierigen politischen Lage, wurde 1894 die Burschenschaft Alania gegründet, welche wiederum aus der „Deutsch akademischen Verbindung Alania“ hervorgegangen war. Diesen Umweg über harmlos klingende Vereinsnamen mußten viele Korporationen in Österreich gehen, um die Staatsmacht zu überlisten und studentische Korporationen entweder zu gründen oder am Leben zu erhalten. Erst 1895 fiel das Verbot der Zugehörigkeit zu einer Korporation im Rahmen einer universitären Reform nach kaiserlicher Entschließung. Noch im gleichen Jahr nahmen die Alanen Kontakt mit den vornehmlich in Wien lebenden Alten Herren der Germania auf mit dem Ziel der Umbenennung der eigenen Korporation in „Burschenschaft Germania“. Trotz vieler Bemühungen mußte die junge Germania 1897 ihre Suspension beschließen, welche bis zum Jahre 1910 andauerte. Der Aktivenbetrieb bestand bis zum Kriegsausbruch 1914, ruhte anschließend und wurde erst im Jahre 1918 mit Kriegsende wieder aufgenommen.
Im Jahre 1920 schloß sich die Burschenschaft Germania Leoben mit den Burschenschaften Stiria Graz, Suevia Innsbruck, Silesia Wien und Carolina Prag zum Ostmarkenkartell zusammen. Grund war die Reaktion auf den Kärntner Abwehr- bzw. Freiheitskampf, weswegen sich die ältesten konservativen Burschenschaften der Ostmark zum gemeinsamen Vorgehen in allen wichtigen studentischen und burschenschaftlichen Angelegenheiten zusammenschlossen. Derzeit besteht das Ostmarkenkartell nur noch aus der Innsbrucker akademischen Burschenschaft Suevia und der Halle-Leobener Burschenschaft Germania.

1929 wurde die Suspension in Leoben beschlossen und bereits 1930 der Aktivenbetrieb in München als Alte Leobener Burschenschaft Germania zu München wieder aufgenommen. 1935 wurde die Burschenschaft wieder aufgelöst, existierte jedoch ab 1938 als Kameradschaft „Ernst Großmann“ weiter. Der Name Ernst Großmann erinnert an einen Leobener Burschenschafter (Leobener akademische Burschenschaft Leder), welcher als einziger des Leobener Studentenbataillons bei den Kärntner Freiheitskämpfen gefallen war. Die Kameradschaft „Ernst Großmann“ wurde gemeinsam mit der Leobener akademischen Burschenschaft Leder geführt. Nach dem II. Weltkrieg gelang eine Reaktivierung in München nicht mehr, so daß die Burschenschaft erst wieder 1957 den Aktivenbetrieb in Clausthal-Zellerfeld als Alte Leobener Burschenschaft Germania zu Clausthal aufnahm, wo sie bis zum Jahre 1999 verblieb.

Aktivitas der Germania im Jahre 1896 in Leoben
Aktivitas der Germania im Jahre 1896 in Leoben
Aktivitas im Sommersemester 1932 in München
Aktivitas im Sommersemester 1932 in München

Geschichte der Burschenschaft Franco-Germania Halle

Am 11. September 1993 wurde die Burschenschaft Franco-Germania Halle von Mitgliedern des Schwarz-Weiß-Roten Kartells (Erlanger Burschenschaft Frankonia, Hamburger Burschenschaft Germania und Burschenschaft Germania Halle zu Mainz) auf dem Frankenhaus in Erlangen gegründet, da sich die Burschenschaft Germania Halle zu Mainz nach der Wiedervereinigung leider nicht dazu entschließen konnte, ihren Aktivenbetrieb nach Halle an der Saale zurückzuverlegen. Ziel war es, in der traditionsreichen Universitäts- und Saalestadt Halle burschenschaftliches Leben wieder zu ermöglichen und burschenschaftliche Traditionen wieder aufleben zu lassen. Als Farben wurden Schwarz-Ziegelrot-Gold auf goldener Perkussion (von unten gelesen) gewählt und man trug ein rotes Hinterhauptcouleur (Hallenser Format).
Der Aktivenbetrieb begann mit dem Gründungskommers am 16. April 1994. Im Jahre 1994 wurde die Burschenschaft Franco-Germania Halle Mitglied im Dachverband Deutsche Burschenschaft und im Arbeitskreis Burschenschaftliche Gemeinschaft in DB und DBÖ. In diesem Jahr wurden die ersten Mensuren auf das Franco-Germanen Band geschlagen und die Burschenschaft Franco-Germania wurde Mitglied im Waffenring Halle-Leipzig.

Ab dem Wintersemester 1997/1998 erfolgte die Kontaktaufnahme zur Alten Leobener Burschenschaft Germania zu Clausthal, welche aufgrund fehlender Möglichkeiten zum erfolgreichen Fortbestehen in Clausthal-Zellerfeld auf der Suche nach einer neuen alma mater war. Nachdem die restliche Aktivitas der Alten Leobener Burschenschaft Germania im Jahre 1998 bereits das Band der Franco-Germania aufnahm, kam es zu Fusionsverhandlungen der beiden Burschenschaften mit dem Ziel, gemeinsam in der Universitäts- und Saalestadt Halle im burschenschaftlichen Sinne zu wirken.

Halle-Leobener Burschenschaft Germania

Im Jahre 1999 wurde schließlich die Fusion zur Halle-Leobener Burschenschaft Germania von beiden Burschenschaften beschlossen und im Oktober 1999 wurde der Fusionskommers in Halle an der Saale gefeiert. Als Farben wurden Schwarz-Ziegelrot-Gold auf weißer Perkussion (von oben gelesen) und als Mütze wurde ein weißes Hinterhauptcouleur (Hallenser Format) gewählt. Da die Tradition der Leobener Burschenschaft Germania übernommen wurde, ist das Gründungsdatum der Halle-Leobener Burschenschaft Germania der 15. April 1882.
Im Geschäftsjahr 2000/2001 übernahm die Halle-Leobener Burschenschaft Germania als erste mitteldeutsche Burschenschaft den Vorsitz der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ.
Nach mehreren Umzügen in Halle an der Saale konnte die Burschenschaft Germania im Oktober 2005 die Einweihung ihres eigenen Germanenhauses im Paulusviertel in Halle feierlich begehen.
Seit dem Jahre 2007 besteht ein offizielles Freundschaftsverhältnis zur Erlanger Burschenschaft Frankonia und seit dem Jahre 2008 ebenso zur Hamburger Burschenschaft Germania.


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